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Sektion Pieterlen
Wappen der Gemeinde Pieterlen

Jahresbericht 2008 der Präsidentin


Liebe Parteifreundinnen, liebe Parteifreunde

Das Schreiben des Jahresberichtes gehört, das muss ich hier ehrlich gestehen, nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. In diesem Jahr fällt es mir aber besonders schwer. Ich kann es drehen und wenden, wie ich will, aber es fällt mir wenig Positives ein, über das ich Euch berichten kann. Also versuche ich es mit Galgenhumor und mit der Frage: Wie heisst die Steigerung von Bank? Antwort: Bank, Banker, Bankrott. Und damit habe ich auch fliessend zu dem Thema übergewechselt, welches die ganze Welt im vergangenen Jahr wohl am meisten beschäftigt hat, dem Bankencrash. Um das Schlimmste zu verhindern, mussten Milliarden aus den Staatskassen in marode Unternehmen gepumpt werden. Der von bürgerlicher Seite oft geschmähte Staat konnte nur noch zwischen dem Teufel und dem Pelzbuben wählen, zwischen Finanzspritzen aus Steuergeldern und Arbeitslosigkeit. Lachen sich die CEO’s eigentlich jetzt ins Fäustchen? Erinnert mich doch irgendwie an den Bettler in Venedig, der sich eine Trauermine aufsetzt und sich von den Touristen Geld geben lässt. Am Abend dann, wenn die Touristen weg sind, leistet er sich mit dem erbettelten Geld ein üppiges Abendessen. Also auf der einen Seite die hohle Hand machen und andererseits mit der grossen Kelle anrichten (im wahrsten Sinn des Wortes) - das WEF lässt grüssen.

Ob all dieser Hiobsbotschaften fast ein wenig in den Hintergrund gerückt, sind die Folgen der Strommarktliberalisierung. Bürgerliche Kreise versprachen das Blaue vom Himmel und stellten tiefere Strompreise in Aussicht. Kaum nach Inkrafttreten der Strommarktliberalisierung waren aber schon wieder Abzocker da und statt der Strompreissenkungen erwarteten den Konsumenten Strompreiserhöhungen. Es versteht sich fast von selbst, dass die heftigsten Klagen just aus den Kreisen kommen, die sich für eine Strommarktliberalisierung stark gemacht haben. Und wieder wird damit gedroht Betriebe zu schliessen oder die Produktion ins Ausland zu verlegen. Nun darf sich der Staat wieder einmischen und die Sache mittels Preisüberwacher richten.

Leider gibt es auch aus der Sektion wenig Gutes zu berichten. Das Interesse am politischen Engagement unserer Mitglieder und Sympathisantinnen und Sympathisanten scheint weiter abzunehmen. Die Parteiversammlungen werden sehr schlecht besucht, meist ist nur ein leicht erweiterter Vorstand anwesend.

Der absolute Tiefschlag aber ist die Demission von Alain Ramseyer als Kassier und Vorstandsmitglied. Seit über 10 Jahren hat Alain geholfen am „Karren“ zu ziehen und hat unsere Kasse zuverlässig verwaltet. Er möchte nun sein Amt aus zeitlichen/beruflichen Gründen ablegen. Alain hat sich bereit erklärt die Kasse noch einige Zeit weiter zu führen, bis wir einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden haben. Seit dem Tod von Cyril Bauder konnten wir das Amt als Sekretär nicht wieder besetzen. Sollte sich auch niemand bereit erklären das Amt als Kassier zu übernehmen, stellt sich die Frage, ob überhaupt ein Interesse an einer SP-Sektion in unserem Dorf vorhanden ist. Der Vorstand wird sich ernsthaft mit dieser Frage befassen müssen.

Nichts desto trotz hat sich der Vorstand zum Ziel gesetzt unser Leitbild zu überarbeiten. Damit möglichst viele Meinungen einfliessen, wurden alle Mitglieder, Sympathisantinnen und Sympathisanten, die über eine Mail-Adresse verfügen, zu einer Arbeitssitzung eingeladen. Aber auch dafür schien das Interesse nicht gross zu sein und – Ihr habt es wahrscheinlich schon erraten – anwesend war der Vorstand.

Die Demission von Priska Scholl-Gäumann als Mitglied der VoSoKo war ebenfalls ein herber Dämpfer für uns. Schad Prislä du hesch es brocht. Ich danke Dir ganz herzlich für Deine Arbeit und wünsche Dir alles Gute. Seit Januar 2009 vertritt nun Silvio Brenken unsere Interessen in der VoSoKo. Ich danke Silvio, dass er sich für dieses Amt zur Verfügung gestellt hat und wünsche ihm Durchhaltevermögen und Freude an der politischen Arbeit.

Ich danke meiner Vorstandskollegin und meinen Vorstandskollegen für die im letzten Jahr geleistete Arbeit und die wertvolle Unterstützung ganz herzlich. Ein Dankeschön geht ebenfalls an die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger für ihre Arbeit, an die wenigen treuen Parteiversammlungsbesucher und –besucherinnen und an alle, welche die Sektion finanziell unterstützt haben.

Eure Präsidentin

Sonja Bonetti

 

 


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